Olga Grjasnowa: „Gott ist nicht schüchtern”

Lesetipp von Mia Walter

Ich muss zugeben, ich bin beeindruckt von der Schonungslosigkeit, mit der die Autorin diesen Roman verfasst hat. Diese Brutalität ist erschreckend. Für jemanden, der ein Buch über syrische Flüchtlinge sucht, ist es genau das Richtige. Zudem bin ich überrascht, dass das Buch die Veränderungen des Lebens in Syrien so deutlich beschreibt; wie es von einem Land voller Schönheit zu einem Land voller Gewalt und Unterdrückung wurde. Ebenfalls wird, meiner Meinung nach, das Gefühl, ein Flüchtling in Deutschland zu sein, sehr treffend beschrieben. Ich habe zwar keine Erfahrung, jedoch kann ich mir sehr gut vorstellen, wie unangenehm es sein muss, wenn die eigenen Fähigkeiten unterschätzt werden und man aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse einen Beruf weit unter seinem eigentlichen Niveau ausüben muss.
Was ich jedoch kritisieren muss, ist die, meiner Meinung nach, unpassende Präsens-Form in diesem Buch. Einige könnte das stark irritiert, da die Autorin häufig in der Zeit zurückspringen musste, um nähere Umstände zu erläutern, was zur Verwechslung einiger Umstände und Handlungen führen kann. Dass das Buch aus unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben wurde, die bei jedem Kapitel stark variieren, macht dies auch nicht besser.

Alles in allem aber ein relativ gelungenes Buch, das mit seiner Aktualität und Direktheit punkten kann

 

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Carola Wimmer: „Ostwind – zusammen sind wir frei”

Lesetipp von Chiara Kürten

Das Buch Ostwind- zusammen sind wir frei wurde von Carola Wimmer geschrieben.
Die Geschichte handelt von einem Mädchen namens Mika, dass aus der Stadt auf das Gestüt Gut Kaltenbach, das ihrer Großmutter gehört, gebracht wird. Eigentlich soll Mika dort für die Schule lernen, doch dann sieht sie ein krankes und aggressives Pferd mit dem Namen Ostwind. Entgegen ihrer sonstigen Einstellung gegenüber Pferden schließt Mika den Hengst sofort in ihr Herz. Doch dann soll Ostwind verkauft werden und sie ist verzweifelt.

Ostwind ist ein sehr spannendes, manchmal aber auch sehr lustiges Buch. Frau Wimmer beschreibt in diesem Buch sehr viel und besonders anschaulich die Gefühle der Hauptperson Mika.

 

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Raquel J. Palacio: „Wunder”

Lesetipp von Elke Heise

Der Untertitel “Sieh mich (nicht) an!” fasst schon zusammen, worum es in diesem Roman geht: Der 10-jährige August warnt als Ich-Erzähler gleich zu Beginn: “Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt – es ist schlimmer.” Wegen seiner zahllosen Gesichtsoperationen von Geburt an wurde Auggie, wie seine Freunde ihn nennen, von seiner Mutter zu Hause unterrichtet, soll aber jetzt endlich eine normale Schule besuchen. Natürlich hat er Angst vor den Reaktionen seiner Mitschüler, schließlich ist er 2 Jahre lang mit einem Astronatenhelm herumgelaufen, damit man sein Gesicht nicht sieht. Aber andererseits freut er sich auch auf das “Normale”. Und natürlich gibt es im Laufe des ersten Jahres an der Schule viele Situationen, die nicht schön für ihn sind. Auggie erzählt seine Situation sehr realistisch und nachdenklich. Er macht niemandem Vorwürfe, denn er ist ein sehr gescheites und auch (selbst-)ironisches, witziges Kind, so dass er auch Freunde findet.
Aus der Sicht anderer Figuren erfahren wir, wie sie über August, sein Verhalten und das anderer Menschen denken.

Die Geschichte Auggies rührt den Leser an vielen Stellen fast zu Tränen, aber sie ist auch häufig sehr witzig erzählt. Auf jeden Fall sehr empfehlenswert, nicht nur für Jugendliche!

 

 

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Christian Linker: „Dschihad Calling”

Lesetipp von Paul Solbach

Jakob, ein 18jähriger Student in Aachen, ist ein Mensch wie jeder andere auch.
Er lebt in einer WG mit seiner Freundin, geht gerne mal mit seinen Freunden trinken und führt ein lässiges Studentenleben. All das ändert sich, als er eine junge Muslima vor zwei Hooligans bewahrt.
Ohne ein Wort des Dankes lässt sie ihn stehen und geht. Doch als Jakob eine Zeitung in die Hände fällt, erkennt er sie als Samira in einem Artikel über einen Salafistenverein in Aachen.
Von nun an lässt ihn der Gedanke an Samira nicht mehr los. Neugierig geworden, besucht er die Moschee des Vereins und lernt dort den Bruder des Mädchens kennen: Adil
Adil verspricht ihm, dass er ihm, wenn er eines Tages Hilfe braucht, auch helfen wird.
Dieser Tag kommt schneller als gedacht:
Ohne Freundin und Wohnung, sturzbetrunken und im eigenen Erbrochenen liegend, ist Jakob auf Adils Hilfe angewiesen. Nun bei Adil wohnend, ist Jakob ständig mit dem radikalen Islam konfrontiert.
Immer öfter geht Jakob mit zur Moschee. Erst, um Samira zu sehen, doch bald darauf, um die Predigten des Imams zu hören. Innerhalb kürzester Zeit radikalisiert und konvertiert Ya`qub, wie er nun genannt wird.
Ya`qub und Adil beginnen, sich immer stärker für den Dschihad, den heiligen Krieg, zu interessieren.
Propaganda und Hetze finden sie im Internet genug. Bald schon haben beide Kontakte zu Mittelsmännern des islamischen Staates und stehen vor der Wahl nach Syrien zum Kalifat zu reisen oder als mittlerweile Terrorverdächtigte und BKA-Überwachte in Deutschland zu bleiben.
Adil ist wild entschlossen, im Heiligen Krieg gegen die Kuffar, die Ungläubigen, zu sterben und somit sich und seiner Familie den Weg ins Dschanna, dem Paradies, zu ebnen.
Auch Ya`qub hat sich eigentlich längst entschieden doch Irgendetwas hält Jakob zurück: Samira

Christian Linker schafft mit Dschihad Calling einen tiefen Einblick in ein brandaktuelles Thema. Mit nur 320 Seiten bietet das Buch eine Art Erklärung für die unglaublich komplexe Frage:
Wie kann ein Jugendlicher, der alles hat, und ein normales und gutes Leben führt, radikalisieren und für eine Terrororganisation, wie sie brutaler und bestialischer nicht sein könnte, in einen Krieg gegen die Menschlichkeit ziehen?
Gleichzeitig ist das Buch ein Aufruf, nicht den Isalm, eine einzigartige und facettenreiche Religion wie jede andere auch, für die Taten einzelner, fanatischer und oder anonymer Menschen und Gruppen verantwortlich zu machen. Denn, wie dieses Buch zeigt, können Worte genauso verletzen und verstören, wie Gewalt und Terror.

– beklemmend aktuell –
– verstörend nahe –
– erschreckend real –

 

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Anne Frank: „Tagebuch”

Lesetipp von Christoph Pretz

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 als Kind deutscher jüdischer Eltern geboren. Vor der Verfolgung durch die Nazis musste die Familie untertauchen. In Ihrem Exil schrieb sie ein Tagebuch über den Alltag ihrer Familie in ihrem Versteck und ihr Seelenleben, ihre Empfindungen, ihre Wünsche und Träume. Im August 1944 wurden sie in ihrem Amsterdamer Hinterhaus-Versteck entdeckt und ins Konzentrationslager gebracht. Mit 15 Jahren starb Anne Frank im Konzentrationslager Bergen-Belsen kurz vor Ende des 2. Weltkriegs.
Im Versteck der Familie Frank fand man nach ihrer Verhaftung das Tagebuch. Ihr Vater, der das Konzentrationslager als einziger der Familie überlebte, machte sich zur Lebensaufgabe, das Tagebuch seiner Tochter zu veröffentlichen.

Aktuell läuft in unseren Kinos der Film “Das Tagebuch der Anne Frank”

Nicht nur das Buch sondern auch der Film ist jedem zu empfehlen. Ein Stück Geschichte, das NIEMAND vergessen darf.

 

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